Verabschiedung von Pfarrer Däubler beim Pfarrfest im Juli

Das Pfarrfest in diesem Jahr war der Verabschiedung von Pfarrer Däubler aus seinem Amt als Stadtpfarrer von Heilig Geist in den wohlverdienten Ruhestand gewidmet. Auf seinen Wunsch brachte der Chor während des Gottesdienstes die Messe in G von Schubert zur Aufführung. Danach folgten Worte des Abschieds von Landrat Hubert Hafner, Bürgermeister Anton Gollmitzer, vom evangelischen Amtskollegen Friedrich Martin, von der Vorsitzenden des Pfarrgemeinderats Claudia Jahn und ein Gedicht der ehrenamtlichen Lektoren Helga Engelhart, Hans Lautenbacher, Erich Motzke und Georg Walther.

Einmal mehr zeigte sich, dass das Pfarrfest von Heilig Geist unter einem guten Stern steht, denn der angesagte Dauerregen fiel aus und so konnte sich die Festgemeinde bis in die Abendstunden rund um die Kirche bei guten Gesprächen und einem genauso guten Angebot an Speisen und Getränken an diesem Festtag freuen.

Claudia Jahn

 

 

 

 

Sehr einprägsam waren die Worte, mit denen der Pfarrer Martin seinen Kollegen ehrte:

Wenn ein katholischer Priester in Ruhestand geht, dann macht das traurig. Seine Verdienste wurden oder werden noch in ausführlicher Weise von denen gewürdigt, die ihn die Jahrzehnte über begleitet haben.

Das starke P von Priester und Pfarrer habe ich in zwei griechischen Worten wieder gefunden, die deine Situation lieber Ulrich vielleicht beschreiben helfen: 

Lüpä ist das eine und elpis ist das andere. (1. Thess 3,13-15)

Lüpä, der Kummer und die Trauer über das Abschiednehmen von deiner Pfarrerei und der verantwortungsvollen Aufgabe, die dein ganzes Leben und Dasein bestimmt haben. Ja, und das ist (verdammt) schwer, wenn einem die Hauptsache fehlt. Aber es gibt auch ein Leben nach der regulären Dienstzeit. Und selbst wenn eine räumliche Veränderung eintreten muss, so wird dein Dienst sicherlich immer noch von Nöten sein. Trotzdem dürfen der Kummer und die Trauer sein und sie werden auch ihre Zeit brauchen, selbst wenn du es dir nicht anmerken lassen wirst.

Dass Kummer und Trauer, Lüpä, Menschen bestimmen können, das kennen wir auch vom Apostel Paulus und seiner korinthischen Gemeinde her. Das ist nichts Ungewöhnliches.

Aber wenn ich schon auf den großen Völkerapostel zu sprechen komme, dann sollten wir auch das mithören, was er zu Elpis, der Hoffnung bzw. der Aussicht und Erwartung zu sagen hat. Nach aller Trauer und dem Abschiednehmen gibt es ein Aufstehen. Aufstehen und weiter gehen. Das, wozu immer keine Zeit war, darf jetzt in Angriff genommen werden. Die Aussicht zu haben, nicht immer präsent zu sein, sondern auch mal weg zu fahren wann immer man will, das muss doch schön sein.

Unser Herr Jesus Christus will, dass wir die Zeit gut und verantwortungsvoll gestalten bis ER wieder kommt oder uns zu sich heim ruft. Die Hoffnung auf Jesu Wirken in deinem Leben und deiner Pfarrei, in der du noch gebraucht wirst, wird dich beflügeln, selbst im Ruhestand.

Also: Lüpä und elpis dürfen sein. Trauer und Hoffnung gehören zu diesem Lebensabschnitt mit dazu.

Im Namen der evang.-luth. Kirchengemeinde zu Günzburg und im Namen meiner lieben Kollegen Bauer, Berlin und Dekan Stark i.R. und unserer Vikarin M. Pieczyk sage ich vielen herzlichen Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit in den letzten Jahrzehnten und die immer stärkere Öffnung für die Ökumene. Wir wünschen dir, dass du mit diesem sehr guten Wein, in einer stillen Stunde etwas Rückschau halten kannst auf das, was da möglich war und was du, lieber Ulrich möglich gemacht hast. Gott, der Herr schenke dir weiterhin seinen Segen und die Gesundheit.