Ausflug der Firmlinge nach Sankt Ottilien

Fahrt nach St. Ottilien mit den Firmlingen  

Am Freitag, 4.4.2014 wartete um 14 Uhr eine Gruppe von Firmlingen, einige Mütter und eine Oma an der Hl. Geist Kirche auf den Bus. Er kam auch bald um die Ecke gebogen mit einer Gruppe von Bibertaler Firmlingen und ihren Betreuern. Dann ging es lustig los auf den Weg nach St. Ottilien.

Gegen 16.40 Uhr kamen wir auf dem großen Parkplatz an und wurden schon von Pater Remigius, der bereits 87 Jahre alt ist, und Herrn G. Stark erwartet. Im Eilschritt liefen wir zum Melkkarussell, damit wir noch das moderne Melken der Kühe sehen konnten. Die Kühe gehen selbständig in das Karussel hinein, dann wird die Melkmaschine an das Euter angeschlossen und das Karussel dreht sich mit den Kühen im Kreis. Wenn das Euter leer ist, fällt die Melkmaschine von selbst ab. Die Kühe fahren weiter im Karussel mit, bis sie wieder am Ausgangspunkt ankommen. Dann steigen sie wieder aus und gehen zurück in den Stall. Auf diese Art und Weise können 26 Kühe auf einmal gemolken werden.

Dann gingen wir weiter zum jüdischen Friedhof. Hier liegen viele Steine auf den Grabsteinen, denn jeder Besucher eines bestimmten Grades legt als Andenken einen Stein hin.

Bevor wir den Friedhof der Brüder und Patres betraten, erklärte uns Pater Remigius, dass in St. Ottilien 95 Missionsbenediktiner wohnen. Das Kloster wurde 1884 gegründet und hat viele Niederlassungen in Afrika, Asien und Lateinamerika (Venezuela und Kuba). Die Grabkreuze des Bruder- und Patresfriedhofs sind wunder-schön dekoriert und man kann dabei den Beruf bzw. die Stellung des Verstorbenen ablesen. So war auf einem einen Orgel, auf einem anderen eine Säge und auf einem dritten ein Kelch mit einer Hostie.

Nach dem Friedhof gingen wir in ein Gewächshaus und sahen riesige Karotten, Kartoffeln und allerlei Kräuter. Uns wurde erklärt, dass das Kloster sich eigenständig bewirtschaftet, es besitzt sogar einen eigenen Weinberg am Rhein.

Sehr angetan waren wir von dem schönen Klosterladen, in dem es religiöse und weltliche Bücher, Heiligenfiguren, Krippen, Wein, Fairtradeplätzchen und andere tolle Dinge zu kaufen gibt.

Der Rundgang führte uns in das Exerzizienhaus, in welchem sich die ursprüngliche St. Ottilien Kapelle befindet, die schon vor dem Bau des Klosters dort stand. Als wir sahen, dass dort das neue Gotteslob auslag, beschlossen wir spontan, eine kleine Andacht zu halten. Wir sprachen einen Psalm und sangen ein modernes Kirchenlied. Dann versammelten wir uns in einem Kreis um den Altar und sangen das Vater unser. Danach wurde uns von Herrn Birle der Segen erteilt. Wir spürten, dass dieser Ort etwas ganz Besonderes ist, dass der Geist Gottes hier zugegen ist.

Obwohl einige nun schon etwas müde waren und sich unsere Mütter nach einer Tasse Kaffee sehnten, spornte Frau Fuchs uns dazu an, in die Klosterkirche zu gehen, eine ziemlich steile Wendeltreppe hinunterzusteigen und die Unterkirche anzuschauen. Das Kreuz war mit einem lila Tuch verhüllt und uns wurde  erklärt, dass die Mönche früher in der Unterkirche beteten und Messe hielten, während die Laien die obere Kirche benutzten.

Endlich hatte Frau Fuchs Erbarmen mit uns und gewährte uns eine kleine Verschnaufspause. Wir Firmlinge vergnügten uns am Spielplatz bzw. an einem kleinen Weiher, während die Erwachsenen Kaffee tranken. Auch wurden uns Pommes spendiert. Danke, Frau Fuchs!

Dann gingen wir wieder in die Kirche, die sich rasch mit anderen Firmlingen und deren Begleitern füllte und waren sehr gespannt auf die Jugendvesper. Jeder bekam einen Ordner mit wunderschönen, modernen, geistlichen Liedern und folgendes Bild:

 

 

                                              

 

 

 

 

 

In der Predigt ging es um dieses Bild. Jeder Mensch hat, wie man auf dem Bild sehen kann, zwei Seiten. Die Mitmenschen erkennen jedoch oft nur eine Seite, da der Mensch dazu neigt, nur eine Seite von sich zu zeigen und die andere zu verbergen. Deshalb ist es wichtig, einen Mitmenschen nicht vorschnell zu verurteilen, weil er in einer bestimmten Situation so oder so gehandelt hat. Vielmehr muss man sich Zeit nehmen und seine Mitmenschen in verschiedenen Situationen beobachten und mit ihnen reden. Dann erhält man meist einen ganz anderen Eindruck und kommt in Zukunft besser mit diesen Personen aus, weil man ihr Verhalten versteht.

Nach der Predigt wurde das Licht ausgeschaltet. In die Dunkelheit hinein konnte jeder, der dies wollte, eine Fürbitte formulieren. Es herrschte eine sehr innige und persönliche Atmosphäre.

Eine kleine Band begleitete die Lieder und alle sangen voller Begeisterung sogar mehrstimmig mit. Am Schluss der Vesper, nach dem Segen, wurden noch mehrere Lieder gesungen und jeder ging danach ruhig und im Glauben gestärkt hinaus.

Als alle wieder im Bus waren, fuhren wir nach Günzburg zurück, wo wir gegen 22.15 Uhr ankamen.

 

Dieser Nachmittag in St. Ottilien war für uns Firmlinge ein Meilenstein auf dem Weg zur Firmung. Wir haben gesehen und gespürt, dass wir auf diesem Weg nicht allein sind, sondern dass viele andere aus anderen Pfarreien auf dem gleichen Weg sind. Das gemeinsame Beten und Singen hat uns bestärkt und begeistert. Wir sind motiviert worden, auch zu dieser Kirche dazu gehören zu wollen und in der Firmung vom heiligen Geist dazu die Kraft zu erhalten.

 

Vielen Dank an das Ehepaar Fuchs, an Herrn Stark und Herrn Birle, die diesen Tag für uns organisiert und so wunderbar gestaltet haben.

 

                                                                                       Eva und Marlies Fock