Pfarrei Heilig Geist Günzburg im Bistum Augsburg, Kirchenstiftung Heilig Geist Günzburg Heilig Geist Kirche Günzburg von außen
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Eins der zentralen Schmuckstücke aller Kirchen ist die Orgel. In der Regel hoch oben auf der Empore, entweder schlicht und funktionell gehalten, oder reich verziert wie in der Frauenkirche, erfüllt sie mit ihrem Klang den Kirchenraum.

Jede Orgel hat eine eigene Geschichte und auch eine spezielle Klangqualität und Funktionalität. Gerhard Schöttl, ein in Günzburg bestens bekannter Vollblutmusiker, hatte die Idee, die Geschichte und auch die Besonderheiten der verschiedenen Orgeln der großen Günzburger Kirchengemeinden zu präsentieren. Verbunden mit der Vorstellung der Orgeln war jeweils ein kleines Konzert und ein anschließend gemütlicher  Spaziergang durch Günzburg, der den Besuchern bei  bestem Frühlingswetter Gelegenheit zum Austausch über die informativen und musikalischen Inhalte des gerade eben Gehörten gab.

Die Orgelwanderung begann in Heilig Geist, führte über die Hagenweide nach Sankt Martin, über den Kappenzipfel und den Kuhberg zur Frauenkirche und endete dann in der evangelischen Auferstehungskirche.

Sehr angetan von der großen Anzahl der interessierten Teilnehmer erklärte Gerhard Schöttl zu Beginn dieses ganz besonderen Nachmittags die Geschichte  dieses stattlichen Musikinstrumentes, die bis 200 vor Christus zurück reicht. Die ersten orgelähnlichen Instrumente der alten Griechen wurden immer weiter entwickelt zu zunächst portativen Orgeln im 14. und 15. Jahrhundert und dann zu den großen Orgeln in den  verschiedenen Gotteshäusern und Konzertsälen. Die Orgel ist das ideale Instrument, um großen Kirchengemeinden eine gut hörbare Begleitung beim Singen zu bieten. Aber sie ist auch ein Instrument, für das große Komponisten mit ihren Werken die Musikwelt bereicherten.


Passend zu der speziellen Architektur der Heilig Geist Kirche befindet sich die Orgel an der Seite des offenen Kirchenraumes für jeden zugänglich und einsehbar. Somit ist der Organist in das Geschehen des Gottesdienstes mit eingebunden. Wolfram Seitz erklärte den Besuchern, dass die 1968 gebaute Orgel als Übergangsorgel in mehreren Kirchen Einsatz fand, bis sie 1978 nach Heilig Geist kam. Sie hat 18 klingende Register und beherbergt mehrere Stiltypen. Die hervorstehenden Pfeifen wären typisch für den spanischen Orgelbau, wohingegen das Pedal amerikanischer Bauweise entspricht.

Für kleinere Anlässe und vor allem zur Begleitung des Chores bei Gottesdiensten gibt es in Heilig Geist noch eine Truhenorgel, die von einem Mitglied der Gemeinde 1990 gespendet wurde.


Die Orgel in Sankt Martin wurde 1970 erbaut von der Augsburger Orgelwerkstatt Kubak. Sie ist eine Schleifladenorgel mit mechanischem Spiel und elektrischer Registertraktur. Im Rahmen der Renovierungsmaßnahmen des Gotteshauses Ende der 60er Jahre ist diese Orgel mit speziell für Sankt Martin angefertigt worden. Kirchenmusikerin Christa Wall erklärte, dass auf der  Empore viel mit Holz gearbeitet und auch die Betondecke des Kirchenschiffes mit Holz verkleidet wurde um eine bessere Akustik zu erzielen. Die Orgel von Sankt Martin verfügt über 25 Register und 1400 Pfeifen.

Die älteste Orgel Günzburgs ist die der Frauenkirche, deren Gehäuse aus dem Jahr 1735 stammt. 1904 baute die Münchner Firma Siemann die jetzige Orgel in dieses Gehäuse. Diese Orgel wurde im Rahmen der Renovierungsmaßnahmen der Frauenkirche 1990 von Maximilian Offner aus Kissing um drei Register erweitert.  



Die jüngste der besichtigten Orgeln ist die der evangelischen Kirchengemeinde. 1991 erbaut von der Münchner Firma WRK verfügt sie über 23 Register und 3000 Pfeifen. Gerhard Schöttl erklärte den Besuchern anschaulich den 4-teiligen Aufbau der Orgel in der Auferstehungskirche mit ihren zwei Hauptgehäusen rechts und links der großen Fensterrosette, dem integrierten Rückpositiv und dem frei stehenden Spieltisch bevor Marlies Fock in die Tasten griff und neben modernen Stücken passend zum Lutherjahr „Ein feste Burg ist unser Gott“ spielte, in das die Besucher spontan einstimmten.

Alles in allem ein gelungener Nachmittag, der hoffentlich eine Fortsetzung finden wird bei der Besichtigung der Orgeln in den Kirchen der Günzburger Stadtteile.

Claudia Jahn

    




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